Die Akelei

Diese etwas barock anmutende Pflanze verschönert jeden Garten. Leider ist die Gewöhnliche Akelei (Aquilegia vulgaris) in der Natur bereits selten geworden. Sie ist mehrjährig und gehört zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae), wie auch Eisenhut (Aconitum napellus) und Rittersporn (Delphinium consolida). Die meist nach unten hängenden Blüten der Wildform erscheinen im Mai und Juni und sind meistens von einem tiefen Blau bis Violett, seltener weiß. Sie haben eine glockige Form, wobei die inneren fünf Perigonblätter je einen kleinen Sporn besitzen, wodurch die Blüte ziemlich unverwechselbar wird. In diesen Spornen sitzen Nektarien, weshalb die inneren Perigonblätter auch als Nektarblätter bezeichnet werden. Sie haben mit etwas Fantasie die Form einer Adlerkralle (lat. Aquila = der Adler). Dazu kommen noch fünf äußere Perigonblätter. Die Blüten stehen zu mehreren in einem lockeren Blütenstand und sind um die vier bis fünf Zentimeter groß. Die Laubblätter der Akelei sind dreiteilig, rundlich gelappt, mehr oder weniger tief gekerbt und eher zart.

 

Zu finden ist die Akelei an Gebüschen, Säumen, in lichten Wäldern oder auf Wiesen. Dabei sollte der Boden nicht zu trocken und kalk- oder zumindest basenreich sein. Da es mehrere nicht so einfach abzugrenzende Unterarten gibt, spricht man bei der Gewöhnlichen Akelei auch von einer "Sammelart" (Aquilegia vulgaris agg). Wie schon gesagt, ist sie mittlerweile ziemlich selten geworden und durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Aber durch die häufige Verwendung als Zierpflanze verwildert sie öfters, so dass man sie manchmal auch außerhalb von Gärten entdecken kann. Allerdings bekommt man nicht immer die Wildform zu sehen, sondern man findet auch züchterisch veränderte Sorten mit neuen Farbvarianten und gefüllten oder halb gefüllten Blüten. Bei mir im Garten ist sie ebenso "mobil" und erobert neue Plätze, wo und wie es ihr gefällt.

 

Natürlich wurde die Akelei früher auch als Heilpflanze genutzt, bei Leberleiden, aber auch äußerlich bei Hautkrankheiten oder Regelbeschwerden. Die Homöopathie nutzt sie heute noch, unter anderem bei Problemen mit den Wechseljahren. Ansonsten wird sie nicht mehr verwendet, denn sie gilt durch die enthaltenen cyanogene Glykoside als giftig. Aber sie scheint besonders im Mittelalter sehr beliebt gewesen zu sein, als Pflanze der Maria, weshab sie auf einigen Gemälden zu finden ist. Und auch die Magier und Okkultisten fanden sie interessant, denn die fünf Balgfrüchte, die aus einer Blüte entstehen, weisen die Form eines Pentagramms auf. Daher war sie auch eine wichtige Schutzpflanze. Astrologisch gehört sie zur Venus.

 

Im Garten ist sie eine prima Pflanze für den Halbschatten, der Boden sollte nicht zu trocken sein. Und sie ist bei Insekten beliebt, besonders bei Schmetterlings- und Hummelarten. Man benötigt als Bestäuber allerdings einen ziemlich langen Rüssel, um an den Nektar im Sporn heranzukommen. Winzige Löcher im Sporn deuten darauf hin, dass jemand mit einem nicht ganz so langen Rüssel sich daher kurzerhand eine Abkürzung zum Nektar geknabbert hat. Wobei die Bestäubung, also der Sinn des Ganzen (für die Pflanze), natürlich ausbleibt. Soso ;-)

Wichtig! Bitte beachten!

 

Ich bin weder Ärztin noch Heilpraktikerin noch Apothekerin. Die in einigen Artikeln beschriebenen Wirkungen von Pflanzen haben lediglich informativen Charakter und beruhen auf dem Wissen aus meiner akademischen Ausbildung als Botanikerin sowie auf eigenen Erfahrungen. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Ich übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Es wird ebenso keine Haftung für eventuelle Schäden durch die unsachgemäße Verwendung von Pflanzen und deren Zubereitungen übernommen.

 

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