Gefährliche (und weniger gefährliche) Tiere…

Gefährliche Tiere: Manchmal sind Hunde gefährlicher als Wölfe

Grrraaaoooorr! Dieser finstere Blick gehört übrigens zu meinem Dackel.

… und wie du richtig auf sie reagierst

Wölfe, Wildschweine, Schlangen: Im wilden Deutschland gibt es so manches mehr oder weniger gefährliche Tier, das uns Angst macht, weil es ziemlich wehrhaft, negativ besetzt oder ganz einfach ein Raubtier ist.

Zunächst mal keine Panik: Die meisten Tiere bleiben auf Abstand, wenn du durch den Wald gehst. Triffst du doch mal auf eins, zieht es auch hier in der Regel die Flucht einem Angriff vor.

Eine seltene Ausnahme können Wildschweine bilden. Normalerweise verschwinden sie schon lange bevor man in ihre Nähe kommt. Aber nicht immer, vor allem dann, wenn man überraschend (für beide Seiten) auf eine Bache mit Frischlingen trifft.

Darum habe ich mich immer bemüht, bei meinen Wanderungen und Kartierarbeiten ein Zusammentreffen zu vermeiden.

Doch trotz aller Vorsicht stand mir neulich eine Bache mit Frischlingen gegenüber

mitten am Tag und direkt an einem Wanderweg. Offenbar hatte ich sie genauso überrascht wie sie mich – ich hatte es nur kurz grunzen hören und da stand sie schon, etwa 30 Meter vom Weg entfernt. Kurz sah ich noch ein paar aufgeregte Frischlinge umher hopsen, dann nur noch die Bache. Sie fixierte mich und ich starrte zurück. Irgendwann setzte mein Verstand wieder ein und mir wurde klar, das Anstarren keine gute Idee ist. So senkte ich den Blick, wendete mich ab und versuchte, möglichst lässig meinen Weg fortzusetzen, weg von der Bache (gar nicht so einfach, wenn einem die Panik die Beine hoch kriecht). Das funktionierte: Die Bache lief noch einige Zeit parallel zum Weg mit – ich sah sie immer wieder um Baumstämme herumlugen – bis sie schließlich verschwand.

Wäre ich wenige Minuten später den Weg entlang gekommen, hätte ich vermutlich nur noch anhand der Spuren erkennen können, dass hier kürzlich eine Rotte über den Weg gewechselt ist.

Bevor ein Wildschwein wirklich angreift, schnaubt es zur Warnung laut (Jäger sagen, es „bläst“). Das war hier noch nicht der Fall, aber ein Schritt in die falsche Richtung hätte möglicherweise schon gereicht.

Bist du in der Nähe von Wildschweinen (oft kannst du sie in einiger Entfernung friedlich grunzen hören), solltest du dich langsam und ruhig zurück ziehen, und zwar möglichst bevor das Schwein dich bemerkt. So verhinderst du zum einen, dass die Bache sich auf den Schlips getreten fühlt und (im gegenteiligen Fall) dass du die ganze Rotte erschreckst.

In der Regel kommen Wildschweine nicht so nah an einen Menschen heran, dass sie sich bedroht fühlen. Die schlauen Tiere wissen, wann und wo Menschen für gewöhnlich auftauchen könnten und huschen nur schnell über den Weg, um auf der anderen Seite wieder im Gebüsch zu verschwinden. Wenn du also auf den Wegen bleibst, ist die Gefahr, Stress mit einem Wildschwein zu bekommen, sehr gering – von seltenen Ausnahmen wie oben beschrieben mal abgesehen, wenn sich die Wege vom Schwein und von dir direkt kreuzen.

Sicher wird sich der eine oder andere fragen, wie es denn mit Wölfen ist.

Bei Wölfen, die sich normal verhalten, besteht keine größere Gefahr als sonst auch.

 

Normalerweise wirst du vom Wolf beobachtet, obwohl du nicht mal ahnst, dass er in deiner Nähe ist und er wird sich hüten, dir zu nahe zu kommen.

Triffst du auf einen Wolf (eigentlich ein großes Glück), dann kannst du durch lautes Reden und in die Hände klatschen den Wolf vertreiben.

Richte dich auf, so dass du sehr groß wirkst. In der Regel wird der Wolf das Feld räumen.

Falls nicht, zieh dich langsam zurück und mach ordentlich Lärm dabei. Dein Hund sollte immer an der Leine und dicht bei dir sein.

Die Wahrscheinlichkeit, als gesunder, erwachsener Mensch von einem Wolf angegriffen zu werden, ist sehr gering. Viel wahrscheinlicher ist es, von einem Hund gebissen zu werden (in der Tat stellten sich so manches Mal auffällige „Wölfe“ im Nachhinein als Hunde heraus).

Freilaufende Hunde, die sich einen Dreck um die Befehle ihrer Besitzer kümmern, machen mir daher auch wesentlich mehr Sorgen als Wölfe.

Nahezu jede Woche habe ich im Wald irgendeinen Hund am Hacken, der an mir hochspringt und mich vollsabbert, während Herrchen brüllt. Sogar in der Brut- und Setzzeit scheint das Wort „Leine“ ein Fremdwort zu sein, von Erziehung mal ganz zu schweigen (Erziehung ist möglich, ich habe drei Dackel erfolgreich erzogen und weiß, wovon ich spreche 😉 ).

Also bitte: Hund an die Leine, zumindest da, wo es auch vorgeschrieben ist.

Auch vor Schlangen brauchst du dich nicht zu fürchten. Kreuzottern werden nur dann „fies“, wenn man sie auf dem falschen Fuß überrascht, etwa beim Sonnen. Falls mal eine deinen Weg kreuzt (auf dieses Wortspiel habe ich lange gewartet), wirst du feststellen, dass sie mit Vollgas auf der anderen Seite des Weges wieder abtaucht.

Ringelnattern sind eigentlich nur imposant (= lang) und enorm schnell, ansonsten absolut harmlos und im übrigen hochgradig geschützt, wie alle Schlangen. Die einzigen, die Angst vor Ringelnattern haben sollten, sind die Frösche (über eine kleine, verträumte Ringelnatter habe ich hier schon geschrieben).

Die größten Raubtiere Deutschlands, die Luchse, sind ebenfalls keine Bedrohung, denn die Wahrscheinlichkeit, als Wanderer einem Luchs zu begegnen, ist extremst gering. Sie haben riesige Reviere und tauchen sofort unter, wenn sich ein Mensch nähern sollte.

Also, keine Angst vor wilden Tieren 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.