Mensch, ärgere dich nicht – was dir im Wald für Pannen passieren können…

Und tschüss: Wer diesen Hang ohne Unfall herunter kommt, hat entweder Spikes unter den Schuhen oder ist eng mit den Elben verwandt.

Und tschüss: Wer diesen Hang ohne Unfall herunter kommt, hat entweder Spikes unter den Schuhen oder ist eng mit den Elben verwandt.

… und wie du damit am besten umgehst.

Ich bin ein echter Tolpatsch. Wenn es irgendwelche besonderen Dämlichkeiten gibt, mir passieren sie auf jeden Fall.

So wie neulich. Ich saß auf meinem Baumstamm und zog wegen eines Steinchens meinen rechten Schuh aus. Beim Schütteln des Schuhs rutschte mir dieser aus der Hand, fiel zuerst auf den Baumstamm, dann auf die Erde und von da in den Fluss, dem logischen Endpunkt der Kette. Klar. Zu meinem Glück landete er mit der Sohle zuunterst im Wasser und segelte nun aufrecht auf den Fluten von dannen.

Ich sauste natürlich hinterher, an einem Fuß noch mit Schuh, am anderen auf Socken. Es war gar nicht so einfach, den flüchtigen Schuh wieder einzufangen, denn das Ufer liegt an dieser Stelle deutlich höher als der Wasserspiegel und es gibt Unmengen an Gestrüpp. Um zu verhindern, dass ich auch noch in den Fluss falle, schnappte ich mir einen langen Stock und angelte den Ausreißer an einer günstigen Stelle halbwegs elegant wieder aus dem Fluss heraus. Er war tatsächlich innen noch trocken, nur die Schnürsenkel waren nass (aber dafür wenigstens wieder sauber).

Andere Situation: Ich wollte mich für ein Foto (mit Zeitauslöser) flott auf dem Baumstamm in Position bringen. In der Eile nahm ich aber zuviel Anlauf, so dass ich über den Baumstamm flog, dahinter am steilen Ufer abrutschte und nur ein kleines Bäumchen mich davor bewahrte, direkt weiter in den Fluss zu fliegen. Leider hat die Kamera erst ausgelöst, als ich schon hinter dem Stamm verschwunden war. Das wäre ein Foto geworden…

Über solche Geschehnisse könnte ich inzwischen ein Buch schreiben. Aber auch neben diesen Spezialeinlagen passieren mir regelmäßig kleinere „Unfälle“. Die Top fünf meiner Pannen im Gelände sind:

– mit den Haaren an einem Ast hängen bleiben

– am Hang abschmieren

– über festgewachsene Brombeerranken stolpern (und anschließend hinfallen)

– auf Baumwurzeln ausrutschen

– in Bäche fallen

Eigentlich müsste ich immer einen Kameramann dabei haben, der im richtigen Moment filmt. Dann werde ich reich 🙂

Sich an einem Hang auf dem Weg nach unten einmal kurz hinzusetzen, ist quasi schon Standard. Bergauf kann ich mich natürlich auch prima lang machen. In der Regel sieht das deutlich alberner aus, besonders wenn man wie ich Klemmbrett und Regenschirm in den Händen hält und beim Anflug auf die Erde die Arme noch ausbreitet, damit beim Aufprall auch ja alles sauber und heile bleibt.

Festgewachsene Brombeerranken kommen mir besonders dann in die Quere, wenn ich es eilig habe (‚oh, schon so spät, na denn man flott‘ – zack). Als elementares Naturgesetz befinden sich in der „Einflugschneise“ hinter diesen fiesen Ranken natürlich Unmengen von Brennnesseln oder eine (große) Pfütze.

An Ästen kann ich nicht nur prima hängen bleiben, sondern auch effektvoll davor laufen. Wer schon einmal in einem Wald mit jüngeren Fichten unterwegs war, kennt die kleinen „Spieße“, die da so aus den Stämmen ragen. Das Erklären solcher Blessuren freut den Zuhörer besonders.

Auf schön seifigen, halb von Laub verdeckten Fichtenwurzeln kann man auch richtig gut abschmieren (im wahrsten Sinne des Wortes), wenn man ungünstig drauf tritt. Bucklige Buchenwurzeln liegen hingegen grundsätzlich quer über dem Pfad, den ich gerade wähle.

Ein besonderes Highlight sind die Bäche. Da saß ich auch schon öfter drin (oder fast, siehe oben). Meistens war ich zuvor am Hang oder sonstwo ausgerutscht. Den genauen Weg kann ich beim besten Willen nicht mehr beschreiben. Ich weiß nur, ich stand oben und im nächsten Augenblick saß ich unten im Nassen. Hier vermisse ich den Kameramann am meisten, damit ich selbst endlich mal nachvollziehen kann, was genau da eigentlich passiert ist und welche Route ich bei meinem Abflug genommen habe.

Und die Moral von der Geschicht?

Auch wenn ich ein besonderes Faible für ungewollte Stunteinlagen habe, passieren sie mir meistens, wenn ich unaufmerksam bin, es zum Beispiel eilig habe oder mit den Gedanken mal wieder überall bin, nur nicht in der Gegenwart. Der Wald mit seinen Bäumen, Hängen und Bächen zeigt mir dann sehr schnell, wo der Hammer hängt. Heißt für mich: Runterfahren, Entspannen, sich schlapp lachen, Augen auf beim nächsten Versuch.

Wenn du also das nächste Mal irgendwo in eine ähnliche Situation kommst – wenn dir der Schuh abhaut oder du dich im Bach wiederfindest und absolut nicht weißt, wie und warum – ärgere dich nicht, denk an mich und nimm’s mit Humor 🙂

 

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