So baust du dir eine praktische Pflanzenpresse

PflanzenpresseEin gutes Herbar steht und fällt mit der Pressung der gesammelten Pflanzen. Wenn die Pflanzen nur unvollständig gepresst sind oder man nicht mehr viel von der Pflanze erkennen kann, nützt dir das Herbar nicht viel, da der Wiedererkennungswert der Pflanzen nicht oder nur unzureichend gegeben ist. Wer für seine Arbeit Noten bekommt, hat dann allemal das Nachsehen.

Natürlich gibt es Pressen zu kaufen. Die sind meist hübsch bemalt, haben aber einen entscheidenden Nachteil: Sie sind in der Regel zu klein. Blüten passen noch rein, aber spätestens beim Beinwellblatt wird es eng. Zudem sollten für ein Herbar möglichst viele Pflanzenteile zusammenhängend präsentiert werden und das klappt mit den kleinen Pressen schon mal gar nicht.

Bei den selbst gebastelten Pflanzenpressen habe ich schon wilde Konstruktionen gesehen und auch selber ausprobiert: Vom Bücherstapel über Spanplatten, die mit Gurten festgezurrt wurden (das erfordert schon Ganzkörper-Einsatz) bis hin zu Schraubzwingen verschiedener Größen und Mengen.

Die Nachteile dieser Methoden sind oft ungleichmäßige Druckverteilung und zu wenig Druck. Ein Atlas (wer hat heute noch so etwas?) ist zwar schwer, übt aber nicht genug Druck aus, um die ganze Pflanze wirklich platt zu kriegen. Meist ist dann nur der Stängel leicht geplättet und die Blätter sind kraus. Bei der Gürtelmethode besteht die Gefahr, dass man beim Festzurren die zuvor hoffentlich sorgsam platzierten Pflanzen wieder verschiebt. Außerdem ist das Festziehen der Gurte anscheinend eher eine Sache für Männer, ich bin dafür jedenfalls zu schwach. Die Schraubzwingen machen zwar ordentlich Druck, aber das Anbringen ist eine kippelige Sache, bei der einem gerne auch schon mal das gesamte Herbar verrutscht (und nach so einem Unfall springt man kreischend im Dreieck, kann ich dir versichern).

Die Methode, die für mich am besten funktioniert, ist folgende:

Du besorgst dir zwei Spanplatten mit einer Dicke von mindestens einem Zentimeter und in den Maßen 21 x 30 cm (DIN A 4, gibt es oft als Verschnitt im Baumarkt). Wenn du auch Platz für größere bzw. längere Pflanzen wie zum Beispiel Gräser haben willst, nimmst du die Maße 30 x 45 cm (DIN A 3).

Dazu brauchst du eine Dachlatte (Dicke 1,5 cm, Länge 200 cm, auch Baumarkt). Davon sägst du mit einer Stichsäge vier Stücke in der Länge von etwa 40 cm ab (für eine DIN A3-Presse, für DIN A4 entsprechend kürzer). Diese vier Stücke bekommen an den beiden Enden (3 cm Abstand vom Rand) je ein Loch (Akku-Bohrer mit Holzbohrer-Aufsatz der Größe 6). Dann brauchst du vier Gewinde, z. B in der Länge 12 cm, die du mit passenden Unterlegscheiben und vier Flügelschrauben versiehst.

Daraus konstruierst du jetzt deine Presse:

Zwei Lattenstücke bekommen die Gewinde in die Löcher und werden auf den Tisch gelegt. Auf die Latten kommt die erste Spanplatte, darauf ein paar Zeitungen (in die später die Pflanzen gelegt werden) und darauf die zweite Spanplatte. Die beiden übrigen Lattenstücke werden über die Spanplatten gelegt, und zwar so, dass die Gewinde in den Löchern stecken. Die Flügelschrauben kommen nebst Unterlegscheiben auf die Gewinde und können jetzt nach unten gedreht und beliebig festgezurrt werden. Der Vorteil: Man muss nicht gleich das ganze Herbar bewegen, wenn man die Presse schließen will. Es wird einfach alles übereinander gestapelt. Das Drehen der Flügelschrauben ist etwas langwierig, aber das ist nur ein kleiner Nachteil, wie ich finde.

Mit dieser Presse kannst du jetzt bequem deine Pflanzen verarbeiten und anschließend in dein Herbar kleben.

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