So findest du einen Sitzplatz in der Natur

Gemütlich mit weichem Lammfell auf einem Baumstumpf - der Sitzplatz in der Natur

nice and cosy – der Sitzplatz

Was ist ein Sitzplatz und was nutzt er dir?

Viele Menschen beginnen mit Meditation, um sich zu entstressen. Egal ob buddhistisch, christlich oder frei von Konfessionen. Für manche sind diese Methoden allerdings zu abstrakt oder es macht ihnen Probleme, sich darauf einzulassen, in einem stillen Raum längere Zeit ruhig zu sitzen. Darum möchte ich dir ein Konzept vorstellen, dass zwar keine Meditation im klassischen Sinne ist, aber ebenso eine Menge an positiven Effekten für Körper, Geist und Seele hat: Der Sitzplatz.

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Klingt zunächst mal komisch. Der Sitzplatz ist ein kleines Eckchen in der Natur, das du dir aussuchst und an dem du regelmäßig Zeit verbringst. Du musst dort keine Exerzitien durchführen, sondern dich einfach nur hinsetzen und die Natur auf dich wirken lassen. Es ist eine Wildnisroutine, die dazu dient, Abstand zu gewinnen und deine Sinne zu schärfen.

Als Platz eignet sich zum Beispiel ein Baumstumpf im Wald, ein sonniges Plätzchen am Rand einer Wiese oder, wie in meinem Fall, ein umgestürzter Baumstamm an einem kleinen Fluss. Am sichersten findest du ihn, wenn du auf dein Gefühl hörst. Wenn du einen Platz entdeckst, der dich spontan anspricht, wo du dich wohlfühlst, wo du dich gerne hinsetzen würdest, bingo! Du hast deinen Platz gefunden.

Der Fluss entspannt

Viele Menschen suchen sich unbewusst Plätze, die an Gewässern liegen. Das kann ein Teich, ein See, ein Bach oder auch das Meer sein (wenn du den Luxus haben solltest, das Meer vor deiner Tür zu haben, nutze es!). Gewässer oder Wasser allgemein haben anscheinend einen direkten Zugang zu unserer Seele, jedenfalls fühlt es sich für mich so an und es geht auch diversen anderen Menschen so, mit denen ich darüber gesprochen habe. Wasser räumt im Innern auf, man fühlt sich hinterher wie gereinigt.

Wenn du kein Wasser in der Nähe hast, macht das nichts. Das Rauschen von Bäumen oder das Rascheln des Windes in einem Kornfeld haben ebenfalls eine unglaublich beruhigende und befreiende Wirkung. Man fühlt sich danach, als wenn im Oberstübchen einmal richtig durchgelüftet wurde.

Das „Sitzen“ lernen

Und jetzt? Was machst du nun mit deinem Sitzplatz? Dein einziger Job ist es, dich ruhig hinzusetzen, je länger, desto besser. Das kann anfangs etwas schwierig sein. Vielleicht findest du keine bequeme Sitzposition. Du fragst dich, was das alles soll und was zufällig vorbei kommende Leute wohl denken, wenn sie dich da sehen. Und, ganz bestimmt, wirst du dich über die vertane Zeit ärgern und überlegen, was du alles in dieser Zeit hättest erledigen können.

Beginne darum nur mit einer kurzen Zeit an deinem Sitzplatz und verlängere sie langsam. Nimm dir eine Thermoskanne mit Tee und etwas zu knabbern mit (im Gegensatz zur klassischen Meditation darf man hier zwischendurch essen und trinken, sich bewegen und man darf die Augen auflassen 🙂 ). Geh zu Anfang an Tagen mit schönem Wetter und genieße es bewusst. Diese Zeit gehört allein dir und ist mindestens genauso wichtig wie die ganzen anderen Dinge, die du noch auf dem Zettel hast.

Die Natur hilft beim Entspannen

Höre auf das Rauschen des Windes, spüre die Sonne und die leichte Brise an einem Sommertag. Schnuppere in der Luft nach dem Duft, der gerade vorherrscht. Im Sommer ist das vielleicht der Duft eines reifen Kornfeldes, im Herbst der eines frisch gepflügten Ackers oder der des Waldbodens, im Winter der scharfe, kalte Duft nach Schnee, im Frühling der Duft unzähliger Blüten.<7span>

Höre auf die Geräusche. Im Frühling hast du zum Beispiel ein Vogelkonzert, im Sommer das Quaken von Fröschen, das Summen eines Mähdreschers, die Heuschrecken in der Wiese. Im Herbst den Ruf der Kraniche, das Rascheln von kleinen Tieren im Laub. Und im Winter die typische Atmosphäre, die alle Geräusche dämpft und nur dann eintritt, wenn Schnee liegt.

Und schwupps sind diverse Minuten vergangen, in denen du dich nur der Wahrnehmung der Natur gewidmet hast. Du hast die Zeit vergessen und fühlst dich wohler, vielleicht sogar schon etwas entspannter. Und deine Wahrnehmung wird sich weiter schärfen, je öfter du das tust.

Gönne dir darum regelmäßig etwas Zeit an deinen Sitzplatz. Es wird sich lohnen.

 

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