Was ziehe ich an? Die Kleiderfrage

Nicht immer passt die Ausrüstung zur Örtlichkeit :-)

Nicht immer passt die Ausrüstung zur Örtlichkeit 🙂

Wer in die Natur will, sollte sich zweckmäßig kleiden. Aber was ist wirklich zweckmäßig? Brauche ich teure Outdoorklamotten oder tuts auch die Jeans von der Stange?

Die Antwort lautet: Es kommt darauf an, was du vor hast. Wenn du die große Alpentour planst, kann ein bisschen High-Tec bei der Ausrüstung nicht schaden und ist für manche Touren sogar empfehlenswert. Für einen Nachmittag im Wald gibt es allerdings auch einfachere Varianten.

Die Hose

Es muss nicht immer die tolle Outdoorhose sein, eine gute Jeans tut es auch. Allerdings: Gute Outdoorhosen trocknen wesentlich schneller (nicht nur bei Regen, auch beim Schwitzen ganz angenehm) und sie haben oben am Sattel keine dicken Nähte. Die Gürtelschlaufen von Jeans können unter einem Rucksack ganz schön scheuern. Vorteil Jeans: Sie sind in der Regel preiswerter und auch dicker als manche Outdoorhose, durch deren leichten Stoff die guten Brennnesseln bequem durchpieken können. Allerdings schaffen hartnäckige Exemplare das auch bei Jeans. Ich selbst habe meist Jeans an, überlege aber, mir im Zuge meiner Fährtensucherausbildung, wo ich viel und lange über den Boden rutsche, eine stabile Outdoorhose anzuschaffen.

Die Jacke

Ähnlich wie bei der Hose braucht man nicht unbedingt die super Outdoorjacke, aber sie hat Vorteile. Outdoorjacken sind leicht, wind- und regendicht und haben ein kleines Packmaß. Nachteil: Bei hoher Luftfeuchtigkeit können die Membranen die Feuchtigkeit von innen (Schweiß) nicht mehr gut nach außen abgeben. Folge: Man suppt bei Regen und anstrengender Bewegung in seinem eigenen Saft vor sich hin (da kommt dann wieder der Regenschirm ins Spiel). Weiterer Nachteil: Die ständigen Geräusche, die viele dieser Jacken bei Bewegung machen. Mich persönlich nervt es, wenn im Wald nichts zu hören ist außer dem ständigen Rascheln meiner Jacke.

Aber natürlich besitze auch ich zwei Outdoorjacken: eine knallrote Bergjacke sowie eine dunklere für den Alltag. Für den täglichen Gebrauch nutze ich allerdings am liebsten meine Jacke aus Wollfilz. Sie ist ebenfalls winddicht, hält auch mal Regen aus und ist schön warm. Für den Sommer ist sie allerdings weniger geeignet und auch das Packmaß ist *hust* nicht so ideal. Im Sommer nutze ich eine leichte Jeansjacke oder einen Fleece.

Das Darunter ist für den normalen Ausflug ins Gelände variabel. Man kann sich natürlich komplett in Mikrofaser kleiden, um so für alle Fälle gewappnet zu sein, aber normale bequeme Klamotten (T-Shirt, Pulli oder Jacke, evtl. Leggins bei Kälte) tun es auch. Wer weiß, dass er ins Schwitzen geraten wird (Radfahren, Wandertour in bergigem Gelände), ist allerdings mit Mikrofaser, zumindest als Unterwäsche, gut beraten. Durchgeschwitzte Baumwolle bleibt lange nass, so dass man sich auch im Sommer schnell verkühlen kann, während Mikrofaser die Feuchtigkeit nach außen abgibt und man „trockener“ bleibt.

Weitere praktische Dinge im Gelände sind ein Hut und Beinstulpen. Der Hut ist vor allem im Sommer wichtig, um den Kopf vor zu viel Sonne zu schützen. Er hilft natürlich auch bei Regen. Ein Käppi geht auch. Es hat aber den Nachteil, dass der Nacken trotzdem die volle Sonne abbekommt. Die Beinstulpen (ich weiß, das klingt sehr achtzigermäßig) erfüllen gleich zwei wichtige Punkte: Zum einen verhindern sie, dass sich Zecken und ähnliches Getier die Beine hoch schleichen und sich irgendwo festbeißen. Zum anderen halten sie die Hosenbeine sauber, wenn man es mit Matsch zu tun bekommt. Im Winter verhindern sie, dass dir zuviel Schnee in die Schuhe rutscht. Alles in allem sehr praktisch.

Die Schuhe

Tatsache ist: Mit den Schuhen steht und fällt jeder Tag draußen. Wer nasse Füße, Blasen oder sonstige Druckstellen hat, der hat auch schnell die Schnauze voll. Darum solltest du dir viel Zeit bei der Auswahl deiner Schuhe nehmen, besonders wenn du längere Zeit unterwegs sein willst, und hier nicht sparen. Aber auch ein kurzer Ausflug profitiert von gut sitzenden und für dein Vorhaben geeigneten Schuhen.

Wanderstiefel sind der Klassiker. Sie haben einen entsprechenden Preis, aber dafür bleiben sie dir auch über Jahre erhalten. Durch den hohen Schaft sind die Knöchel stabilisiert, eine gute Sohle verhindert das Ausrutschen auf schmierigem und steinigem Untergrund. Wer nicht ins Hochgebirge will, braucht keine schweren Bergstiefel, für das Flachland und unsere Mittelgebirge tut es auch ein guter Geröllschuh oder ein einfacher Wanderstiefel. Korrekt geschnürt, verhindern gute Wanderstiefel beim Bergablaufen ein Nach-vorne-rutschen des Fußes in den Schuhen. Wer schon einmal längere Zeit bergab gelaufen ist, weiß wovon ich rede. Sie sind sogar recht wasserdicht, so dass man auch problemlos einen flachen Bach durchqueren kann.

Ich habe den „Borneo Lady“ von Meindl, einen soliden, leichten Geröllstiefel, mittlerweile in der zweiten Generation. Die Sohlen des ersten Paares haben nach zehn Jahren nach einem Besuch auf dem Ätna den Geist aufgegeben (da war der Boden wohl doch heißer als gedacht).

Für den Sommer sind Wanderstiefel allerdings oft zu warm. Für einfache Ausflüge in den Wald habe ich daher ein Paar stabile Turnschuhe mit Geländeprofil, damit ich mich nicht gleich am ersten rutschigen Hang langmache. Auch Trekkingsandalen kann man bei einem Ausflug in heimische Gefilde nutzen. Wer „offroad“ unterwegs sein will, möge dabei an Brennnesseln und Brombeeren denken. Dass Turnschuhe und Sandalen bei einer Wanderung im Gebirge nichts zu suchen haben, versteht sich von selbst.

Socken

Auch bei der Wahl der Socken sollte man sich ein paar Gedanken machen. Einfache Söckchen schlagen schnell Falten, und der beste Wanderschuh nützt nichts, wenn innen eine Falte nach der anderen entsteht und fleißig Blasen produziert. Solide Wandersocken mit verstärkter Sohle sind daher das Mittel der Wahl.

Welche Ausrüstung verwendest du? Nutzt du gerne Outdoorklamotten oder magst du es eher einfach?

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